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Roggen

 

Mehr als nur ein Brötchen

Geschrotet, vermahlen, mit Hefe, Salz, Öl und Wasser vermischt, bei 180°C, für 25 min. in Ofen. Fertig sind die leckeren Roggenbrötchen! Doch der Roggen schmeckt nicht nur gut – er kann noch viel mehr!

Roggen ist Minimalist und hat nur geringe Standortansprüche. Er gedeiht auch auf nährstoffarmen Böden, die für andere Getreidearten nicht ausreichen. Außerdem kann der Roggen bei Feuchtigkeitsmangel das wenige verfügbare Wasser durch sein ausgeprägtes Wurzelsystem optimal zu nutzen. Diese Fähigkeit lässt ihn auch in Dürrejahren und auf trockenen Standorten gedeihen.

Da der Roggen im Oktober gesät wird, steht er über Winter als grüne Pflanze auf dem Acker und kann Nährstoffe, wie z.B. Stickstoff, binden. Dadurch wird der Nährstoffverlust ins Grundwasser verhindert.

Da der Roggen eine hochwachsende Getreideart ist, bietet es Deckung für Wildtiere und liefert viel Stroh. Dieses dient der Einstreu für Nutz- und Heimtiere, um ihnen einen gemütlichen Schlafplatz zu bereiten. Wenn das Stroh auf dem Feld verbleibt, dient es dem Bodenleben als Nahrung und es wird zu fruchtbarem Humus.

Auch im ökologischen Hausbau gewinnt das Roggenstroh als Wärmedämmung immer mehr an Bedeutung. Ebenso wird es für die Restaurierung von historischen Gebäuden mit Lehm-Stroh-Wänden genutzt.