• Was passiert denn hier? PFLANZEN

Futtererbse

 

Stickstoffdünger? Aber nicht für mich!

Wussten Sie, dass die Erbse sich den Stickstoff aus der Luft selbst zu Nutze machen kann?

Dies kann sie, da sie zu der Familie der Leguminosen gehört. Leguminosen können mithilfe der sogenannten Knöllchenbakterien, welche kleine helle Kügelchen an den Wurzeln der Pflanze bilden (Foto), den Stickstoff aus der Luft für Pflanzen verfügbar machen. Das ist höchst effizient, da unsere Luft über 70 % Stickstoff enthält. Andere Pflanzenarten sind dazu nicht in der Lage. Der Stickstoff steht dann zuerst der Erbse und später der Folgefrucht im nächsten Anbaujahr zur Verfügung. Durch diesen Vorgang benötigt die Pflanze keine zusätzliche Stickstoffgabe in Form von Mineraldünger oder organischem Dünger. Auch bei der nachfolgenden Frucht kann dadurch Dünger eingespart werden.

Die Wurzeln der Erbse leisten nicht nur durch die Stickstoffbindung ganze Arbeit. Die gute Durchwurzelung ermöglicht eine gute Sauerstoff- und Wasserversorgung. Außerdem kann somit zu der Folgefrucht eine etwas weniger intensive Bodenbearbeitung durchgeführt werden.

Erbsen kommen mit nahezu jeder Bodenart zurecht, weshalb sie in vielen Regionen in Deutschland angebaut werden können. Sie ist hier heimisch und ermöglicht damit kurze Transportwege und stellt somit teilweise auch eine gute Alternative zu Sojabohnen aus Übersee dar. Als Futtererbse wird sie im trockenen Zustand gedroschen, gemahlen und in der Tierhaltung als Futtermittel eingesetzt, da sie durch ihren hohen Proteingehalt eine gute Eiweißquelle ist.

Der Anbau von Futtererbsen ist eine gute Möglichkeit, um die Fruchtfolge aufzulockern und die Artenvielfalt zu fördern. Die Erbse ist nicht nur für den Ackerbau eine Pflanzenart mit vielen Vorteilen, sondern auch umwelttechnisch ein Profi.