Grünland intensiv

 

Der Bodyguard des Bodens

 

Du stehst vor einer grünen Wiese und denkst, hier passiert ja nichts?! Weit gefehlt! Eine solche Wiese bezeichnen wir Landwirte als „Grünland“ und dieses ernährt nicht nur Rinder, Schafe und Pferde, sondern ist ein echtes Plus für die Umwelt.

 

Grünland leistet einen großen Beitrag zu einem intakten Ökosystem. Mit seinem intensiv verzweigten und dichten Wurzelsystem filtert es versickerndes Regenwasser, nimmt Nährstoffe auf und sichert so die Qualität unseres Trinkwassers. Grünland hält den Boden das ganze Jahr über bedeckt und verhindert, dass der Boden durch Wind fortgetragen oder durch Wasser ausgespült werden kann. Deshalb schützt Grünland traditionell schon immer Deiche und Flächen in Hanglagen gegen Erosionen.  

 

Grünland dient Hasen, Rehen und Bodenbrütern wie Fasanen, Kiebitzen und Lerchen in der Brut- und Setzzeit als sichere Kinderstube für das Aufziehen der Jungtiere. Da es ganzjährig grün ist, bietet es  Schutz zu allen Jahreszeiten und ist gleichzeitig auch Nahrungsgrundlage.

 

Übrigens: Grünland kann bis zu 16 Tonnen CO2 auf einem Hektar im Jahr binden. Allein in Europa können dadurch viele Millionen Tonnen CO2 in Boden und Pflanzen gespeichert werden. Grünland leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.

 

 

Grünland extensiv

 

Hier wurde ja noch gar nicht gemäht!

Genau weil diese Wiese lange keine „Rasenmäher“ mehr gesehen hat, strotzt sie so richtig vor Artenvielfalt. Sie besteht aus vielen Gräsern und Kräutern, teilweise etablieren sich hier Arten, die sonst selten geworden sind.

Wiesen, die extensiv bewirtschaftet werden, werden meist nur mit sehr wenig oder keinem Dünger versorgt. Dadurch können sich hier seltene Kräuter ausbreiten, die sonst durch andere Gräser unterdrückt würden. So wachsen hier Farne, Ampfer, Wolliges Honiggras, Wiesenfuchsschwanz, Löwenzahn und viele weitere Kräuter und auch viele sogenannte Obergräser, die bis zu einen Meter und höher werden können.

 

Gemäht wird die Wiese erst sehr spät, wenn die Brut- und Setzzeit vorüber ist. Dadurch haben Wildtiere wie Rehe, Fasane, Hasen und bodenbrütende Vögel ausreichend Zeit, ihre Jungtiere im Schutz der hohen Gräser aufzuziehen.

 

Übrigens: Wir Landwirte nennen so eine Wiese „extensives Grünland“. Im Unterschied zur „intensiven“ Landwirtschaft wird für gleichen Ertrag zwar mehr Fläche benötigt, dafür wirkt sie sich positiv auf die Artenvielfalt aus.

 

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